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Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Marienmünster ©2022


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Am 1ten Januar übernahm der Bildhauer Johann Potthast HNo. 82 das Amt des Gemeindevorstehers in Vörden.

Am 20ten April wurde der sogenannte grosse Hohlweg, welcher nach der Windmühle und nach dem Eichhagen fürt in Bau genommen. Da dieser Weg sehr tief war, und meistentheils nur in einer Spur gefahren werden konnte, so verordnete der Vorsteher Pothast, daß zur Erbreitung dieses Weges eine fast durchschnittlich 2 Fuß hohe Verschüttung in denselbengebraucht wurde. Den Boden dazu, gab der Vorsteher unentgeldlich her, aus seinem, vorn am großen Hohlweg belegten Garten, von der Stelle wo jetzt eine Vertiefung wahrzunehmen ist.

Die Erdarbeit wurde ausgeführt für Tagelohn a Mann täglich 1 Mark 20 Pf. Die Arbeiter welche fast beständig daran waren und beharrlich die Erdarbeiten zu Ende brachten hiessen

1. Heinrich Loke Hno. 32
2. Heinrich Sperl Hno. 99
3. Adolph Sekunde Hno. 50
4. Friedrich Stamm —-

Johann Schröder Hno. 99 hat die noch nicht fertig gemachte Packlage in Verding übernommen und in den letzten Tagen des Monats October 1876 vollendet.

Im Mai ist der sogenannte Gemeindekamp hinter dem Hungerberge an der Chaussee belegen, mit 6365 Fichten bepflanzt. das pflanzen that der Amtsbote Johann Kluge No. 75.

Vom 1. October ab, wurden alle Schweine welche geschlachtet wurden, von einem Amtlich vereidigten Fleischbeschauer mikroskopisch untersucht, ob Trieginnen darin sind oder nicht. der 1ste welcher mit diesem Amte beauftragt wurde, war der Vorsteher Pothast.

Im October wurde dem Herrn Pfarrer Funke (weil er die gegen die katholische Kirche gerichteten Staats-Gestze nicht anerkannte und ein treuer Diener der Kirche blieb) seine Dienstwohnung gekündigt.

November am 4ten wurde das neue Schulgebäude No. 47 durch den Herrn Pfarrer Funke kirchlich eingeweihet.

November am 6ten wurde zum erstenmal in der neuen Schule, den Kindern der Unterricht erteilt (Der Lehrer Hermann Schlütz und die Lehrerin Maria Ficke haben in dieser neuen Schule den Anfang gemacht, Kinder zu guten Menschen zu bilden.

Den Herrn Pfarrer Heinrich Funke und den Kaplan Joseph Grawe wurden die Gehälter nicht mehr aus der Staatskasse gezahlt, weil sie die sogenannten Mai-Gesetze nicht anerkennen wollten.- Die Maigesetze verstiesen gegen die freie Ausübung der Religion und könnten und dürften von den Priestern nich anerkannt werden.

Abgeschlossen am 31. Dezember 1876

Der Vorsteher Potthast


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Am 2ten Januar kam der Amtmann des Amtsbezirkes Vörden, der Amtmann Konrads Kroeger von Marienmünster im Auftrage der Regierung nach Vörden und verfügte sich zur Pastorath Hno. 79

Der hochwürdige Herr Pfarrer Heinrich Funke war in seinem Wohnzimmer. Der Vorsteher Potthast und die Kirchenvorstände Joseph Kreilos Hno. 6, Rudolph Kropp Hno. 19, Heinrich Potthast Hno. 25, Wilhelm Kreilos Hno. 61 und Johann Ahlemeyer Hno. 80 waren um ihren Pfarrer versammelt, als der Herr Amtmann in das Zimmer eintrat.

Der Amtmann Kroeger erklärte, den Herrn Pfarrer ndaß er das Pfarrhaus räumen müsse, da er gekommen sei, das Gebäude für Fiscus in besitz zu nehmen. Der Herr Pfarrer Funke protestierte gegen diese Ausweisung aus dem Pfarrhause, und verlangte nach vielem beiderseits geführten Reden, von den Amtmann ein Zeichen, daß derselbe Gewalt brauche und der Amtmann legte zum Zeichen der Gewalttätigkeit seine Hand an den Arm des Herrn Pfarrers -„Jetzt ziehe ich aus“ erklärte der Herr Pfarrer und bis zum 13ten Januar 1877 war die Pfarrwohnung geräumt und der Pfarrer Funke bezog das dicht neben dem Pfarrhause stehende Haus des Johann Ahlemeyer No. 84 wofür die Gemeinde Vörden jährlich 180 Mark Hausmiete bezahlt. Die Ausweisung aus dem Pfarrhausen war eine Strafe für die treue Anhänglichkeit an die römisch-katholische Kirche, und nicht allein den Pfarrer von Vörden ist dieses wiederfahren, sondern noch vielen anderen Geistlichen unseres h. Glaubens.

Abgeschlossen am 31. December 1877
Der Vorsteher Potthast

Das Jahr 1878
1. Im Monat wurde der Platz zwischen dem Schiefenberg und Mühlenkamp mit jungen Fichten bepflanzt.

2. Am 6ten Mai ist auf dem neuen Kirchhofe bei dem Jesus-Maria-Joseph Bilde an der Westseite, eine junge Eiche hingepflanzt worden durch den Gemeindevorsteher Johann Potthast Hno. 82 diese Eiche ist später vertrocknet.

3. Am 6ten Mai sind bei dem im Wenderwege, von Hermann Potthast und dessen Ehefrau Elisabeth Richts im Jahre 1826 errichteten steinern Kreuze, zwei junge Eichen hingepflanzt worden durch den Gemeindevorsteher Potthast No. 82.

4. Die kleinste Glocke auf dem hiesigen Thurm war gegossen im Jahre 1645 also 233 Jahre alt. Dieselbe ist in diesem Jahr geborsten, weshalb dieselbe am 27ten Mai von dem Thurm herabgelassen wurde. Den 29. Mai wurde die alte Glocke mittels Eisenbahnzuges nach Brilon befördert, und durch den Glockengießer Heinrich Humpert daselbst umgegossen. Den 1ten August wurde diese Glocke von Höxter wieder zurückgeholt und am 2ten August wurde die Glocke durch den Herrn Pastor Funke feierlich eingeweiht.


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und am 2ten August durch den Herrn Oastor Funke feierlich eingeweiht. Am 2ten August wurde die neue Glocke (gleich nach der Weihe) auf dem Thurm befestigt und am Abend des selben Tages durch den Lehrer Christian Schlütz welcher 78 Jahre alt war zum 1ten Mal zum Ave Maria geläutet. Die verstorbene Ww. Schröder No. 48 ist erst geläutet worden.

5. Am 26ten October brannte das Haus des Johann Masolle No. 17 ab.

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Papst Pius starb am 7ten Februar 1878. Nach den Tode desselben wurde Leo XIII am 20. Februar 1878 zum Pabst gewählt.

Da eine neue Schule gebaut war, so wurde die alte Schulstube im Schulhause No. 87 durchgespaltet. Der Lehrer bekam die südliche Hälfte wovon eine Stube und Stubenkammer hergestellt ist. Die nördliche Hälfte blieb disponibel für die Gemeinde.

Abgeschlossen am 31. December 1878
Der Vorsteher Potthast

Das Jahr 1879

Im Monat März wurde von Vörden nach Nieheim ein Telephon (Fernsprecher) angelegt durch den Telegraphen Bauführer Mund.

Im Jahre 1779 im Monate März wurde von den Vördenschen Bürger Johannes Masolle und dessen Ehefrau Anna Maria Bunsack eine Kapelle gebaut zu Ehren der Apostelführer Petrus und Paulus. Diese Kapelle auf dem Gipfel des Hungerberges wo alljährlich am Feste des H. Apostel Petrus und Paulus die Proceßion seit dieser Zeit nach dieser Kapelle – Es ist nun bemerkenswerth, daß man dem Johannes Masolle und dessen Frau geb. Bunsack im Jahre 1779 zum ersten mal die Kapelle- auf dem Hungerberge erbaut ist, und dennoch 100 Jahre verflossen sind, daß dieses geschehen und die Procession dorthin abgehalten ist. Am 16ten Juli starb in Mont St. Guibert bei Brüssel, der im Folge des Kulturkampfes ungerecht verfolgten, und von der Regierungsenes Amtes entsetzte Bischof Conrad Maritin von Paderborn. Seine Leiche wurde unter Begleitung einiger Nonnen feierlich nach Paderborn geschafft und dort im Dome beigesetzt. (Pauline von Mallinkrodt)

Vom 25ten November bis zum 25ten December war ein ungewöhnliche starke Kälte welche sich oft zu -18 Grad steigerte.

Abgeschlossen am 31ten December 1879
Der Vorsteher Pothast.


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Das Jahr 1880
Am 23ten Januar wurde Franz Offergeld im Alter von 19 Jahren in der Mergelgrube im Niedernholze durch herabstürzenden Mergel bedeckt. Die Leiche wurde nach Wegräumen des Mergels tot hervorgezogen. Die Knochen waren zerbrochen und der Kopf ganz und gar zerquetscht. Am 28ten Januar fand die Beerdigung statt. Franz Offergeld war der Sohn des Schachtmeisters Heinrich Offergeld und dessen Ehefrau Gertrud Grasshof in Hno. 129 Hiers.

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Im Monat März erhielten die Gemeinde-Vorsteher zum 1ten Male einen Adlerschild von Ihrer Wohnung.
In Vörden wurde dieser Adlerschild am 6ten März an das Haus No. 25 in welchem der Vorsteher Joh. Pothast No. 82 bei seinem Bruder wohnte neben dem Haupteingang befestigt.

Am 8. März wurde an der westlichen Seite des Jesus-Maria-Joseph-Bildes auf dem neuen Kirchhofe eine junge Linde von etwa vier Centimeter Durchmesser gepflanzt.

Am 2ten Ostertage am 29ten März vor dem Hochamte ist dei grösste Glocke auf dem hiesigen Kirchturme (welche 1800 gegossen war) geborsten. Am 1ten Aprilist der vom Regimente zu Detmold entlassene Viets-FeldwebelAugust Röwe in Vörden als Gendarm stationiert. Am 14ten August wurde der Dombau zu Cöln beendigt an Welchen man 632 Jahre baute(der Bau ist angefangen am 14ten August 1248 Am 15. October wurde in Cöln das Dombau-Fest gefeiert. Am 22ten und 23ten October fiel der erste Schnee und am 24ten October waren morgens die Fensterscheiben gefroren.

Die alte Glocke welche geborsten war, ist zu Gescher im Regierungsbezirke Münster umgegoßen, und diese neue große Glockewurde am 8ten November durch den Herrn Pfarrer Heinrich Funke kirchlich eingeweiht. Am 9ten November ist dieselbe auf den Thurm befestigt und am 10ten November morgens von dem pensionierten Herrn Lehrer Christian Schlütz das 1te Mal zum Ave Maria geläutet worden.

Der erste Todte, welcher mit dieser neuen Glocke geläutet ist, war ein Jüngling namens August Breimann im Alter von 20 Jahren Sohn des Tischlers August Breimann No. 14 hiers. Am 1ten December war eine allgemeine Volkszählung im ganzen Reiche In Vörden waren 701 Seelen. vom 25ten October bis zum 25ten December ungefähr 2 Monathe war fast täglich Regenwetter.

Abgeschlossen am 31ten December 1880
Der Vorsteher Pothast


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Das Jahr 1881

Während man seit dem Jahre 1875 die Religion zu verdrängen sucht, nahm die Schlechtigkeit dermaßen zu, daß fast auf alle Kaiser und Könige ein Attentat ausgeführt wurde. Der Kaiser Alexander II von Rußland wurde am 13ten März 1881 durch Sprengbomben absichtlich getötet.

Am 23ten März wurde dem gewählten Bisthumsvorsteher Drobe in Paderborn, die freie Ausübung der bischöflichen Vollmachten und Amtshandlungen wieder gewährt.- Ebenfals auch ausgesprochen daß die in Folge des Speergesetzes vom 22ten April 1875 eingehaltenen Beträge für den Umfang des ganzen Bistums Paderborn vom 1ten
Januar 1881 an die Diozesen-Geistlichkeit wieder gezahlt werden.

Nachdem im ganzen Frühjahre eine beständige Dürre gewesen war, hat es am Feste Christi Himmelfahrt den 26ten Mai das erste mal geregnet. Nachdem die Pfarrwohnung von Fiscus gründlich restauriert worden, ist der Hochwürdige Herr Pfarrer Funke aus der gemietheten Wohnung No. 84, (welche derselbe seit Januar 1877 gezwungener Weise bewohnt hatte) wieder in die Pfarrwohnung No. 79 am 22ten Juni eingezogen.

Die Wegestrecke vom neuen Kirchhofe bis vor den Wenderweg war so schlecht imstande, daß er fast nicht passiert werden konnte. Nach vorher geschehener Ebnung dieses Weges wurde derselbe im Juni Chauffiert und am 28ten Juni vollendet. Die Roggenernte war in diesem Jahre trotz der anhaltenden Dürre gut gerathen.

Die Sommerfrüchte waren sehr schlecht. Auf 1 Morge waren ungefähr durchschnittlich 36 Haferbunde und auf 1 Morgen etwa 36 Bund Raufutter.

Die Kartoffeln sind gut gerathen. Auf 1 Morge waren durchschnittlich 60 Sack Kartoffeln.

Am 4ten October war eine strenge Kälte es fiel etwas Schnee. Am 5ten October fiel Schnee, und es war der Boden ungefähr 6 Zoll hoch damit bedeckt.

In der Nacht vom 14ten bis 15ten October war ein sehr schrecklicher Sturm, daß starke Eichenstämme abgebrochen, oder sogar mit der Wurzel umgeworfen wurden.

Weil die Dienstzeit des Vorstehers Potthast mit dem 31ten December d.J. zu Ende ging, so wurde am 9ten November der Ackerwirth Johann Elsing zu dessen Nachfolger gewählt und am 31ten December verpflichtet.


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Nachdem es im October ungef. 4 Tage Winterwetter gewesen war, wurde wieder die Luft milder und trat gut Wetter ein, s0 zwar, das die Hirten täglich ihre Herden weiden konnten. – Der Schäfer Johann Homann No. 114 und der Kuhhirt Heinrich Massolle No. 5 haben am 11 ten December das letzte mal das Gemeinde-Vieh geweidet.

Abgeschlossen am 31 ten December 1881

Potthast, Vorsteher

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1882

Am 1. Januar 1882 übernahm der Ackerwirth Johann Elsing No. 68 das Amt als Gemeindevorsteher in Vörden, nachdem er schon früher  vom Jahre 1866 bis 1870 der Vorsteher der Gemeinde gewesen war. In diesen Jahre wurde der Wenderweg bis an den Weg nach dem Birnbusche gebaut, niveliert und mit Packlage und Steindecke versehen. Der Tagelöhner Joseph Böger erhielt für Packlage setzen und Steine aufbringen für die laufende Ruthe 160 Mark. Die kleine Wassertonne wurde von Joseph Schröder No. 55 geliefert für 57 Mark.

1883

Die Marktstraße wurde in diesem Jahre durch eine Steindecke mit 12 Ruthen Steinen ausgebessert _ Auf dem Breitenanger wurde der alte Eichenbestand verkauft und der Boden zu Gärten verpachtet. Der Weg nach Altenbergen sollte chaufiert werden und war der Kostenanschlag vom Kreiswegeaufseher Redeker in Steinheim für die Gemeinde in Vörden 10000 MK. berechnet. Dieser Wegebau nach Altenbergen wurde wieder rückgängig gemacht und statt dessen eine neue Wasserleitung gebaut in diesem Jahre. Dieselbe wurde ausgeführt von Maurermeister Schaefer in Nieheim und kostete 5.830 Mark und 800 Mark nachträgliche Nebenkosten, so daß die Wasserleitung ohne Pflasterung vor dem Kumpe 6630 Mark gekostet hat. Die Wasserleitung ohne Pflasterung von der Quelle bis beim Möncheteiche soweit Gefälle ist 6,94 Meter. Steigerung von dem Möncheteiche bis in die Marktstraße beim Kump 5,12 Meter. Die Wasserleitung ist so eingerichtet, daß künftig in anderen Straßen auch das Wasser geleitet werden kann und sind deshalb schon jetzt Ableitungsrohre 4 Stück für die Zukunfte mit angelegt und zwar 1 Rohr bei Gastwirths Kropps Ecke, 1 Rohr wenn man vor der Marktstraße nach der Pohlstraße geht, 1 Rohr wenn man von der Marktstraße in die Niedernstraße geht und 1 Rohr zur Verlängerung in der Marktstraße rauf.


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1883

Jagdverpachtung an Herrn von Haxthausen für jährlich 150 Mark auf 12 Jahre. Ankauf des Weidekampes am Hungerberge von Ackerwirth Wilhelm Kreilos (Storkskamp) 13 Morgen für 700 Thaler. Anfertigung von drei Ortstafeln für insgesamt 24 Mark an Tischler Ohagen. Bedielung der Küche auf der Kaplanei von Tischler Breimann für alle Lieferung und Arbeit 35 Mark.

1884

Der Weg nach Altenbergen von der Kreisstraße an, welcher kaum zu fahren war, wurde nach fertiggestellter Erdarbeit mit einer Packlage und Steindecke fahrbar gemacht.

1885

Unser Herr Kaplan Grawe, welcher hier seit Weihnachten 1868 bis Lichtmess 1885 als Kaplan tätig war wurde als Pfarrer nach Germete versetzt. In diesen Frühjahre waren hier soviel Krähen, welche einen großen Schaden anrichteten, dass sie mussten mit polizeilicher Erlaubnis vertrieben werden. Veranlegung der Rinne vom Kumpe bis an Wilhelm Multhaups Garten und Pflasterung vor dem Kumpe.

1886

Vertreibung der überhand nehmenden Krähen. Im Mai 1886 wurde die zwei Kinder des Musikus Johann Sperl in Weisenhaus (Haus Nazareth nach Höxter) gebracht; kostete der Gemeinde jährlich 180 Mark. Für die Lehrerin eine Kochmaschine gekauft von Schrader in Steinheimfür 38 Mark. Mit dem 1. October 1886 wurde unser alter Herr Amtmann Kroeger pensioniert und Herr Albert Schröder wurde mit dem 1, October 1886 Amtmann des Amtes Vörden.

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1887

Im Steinbrincke wurde der Weg nach Vörden nach Altenbergenvon den unteren Tannen bis an die erste Kurbel 40 lfd. Meter gebaut, niveliert und mit einer Packlage und Steindecke zurecht gemacht. Es wurde von der Gemeinde beschlossen, für nächstes Jahr einen Zuchtbullen anzuschaffen. Es wurde mit dem Ackerwirth Joseph Elsing No. 92 ein Vertrag abgeschlossen, durch welchen der g. Elsing sich verpflichtete, für die Gemeinde einen Bullen zu halten, wofür er aus der Gemeindekasse 210 Mark erhält. Dieser Vertrag tritt erst in Gültigkeit an dem 1. April 1888.

1888

Am 13. März wurde der bisherige Vorsteher Elsinf Johann und der Vorsteher-Vertreter Wilhelm Multhaup auf sechs Jahre wieder gewählt.


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Im October d. J. wurden von der Gemeinde die ersten Strassen-Laternen angeschafft und zwar eine in der Niedernstraße und eine in der Pohlstraße.Vom Gemeindebullen war an Deckgeld aufgekommen für das Jahr 1888 im Ganzen 76 Mark. Der Stationshalter Elsing war verpflichtet, eine Liste zu führen, über das von den Bullen gedeckte Rindvieh und wurde dann von jeden Stück Rindvieh 1 Mark durch die Gemeindekasse Deckgeld erhoben. die Gemeinde musste für die Haltung des Bullen zahlen 210 Mark, hatte eingenommen an Deckgeld 76 Mark. Die Gemeinde musste also zulegen oder hatte einen Schaden von 134 Mark. Schlechte Aussichten!

1889

Anfuhr von Wegebausteinen an die Vördn-Altenberger Weg, von der Altenberger Grenze bis an die erste Kurbel im Steinbrincke. Kanal hinter Wilhelm Multhaups Hause bis Krummensiek 34 Meter lang um das das Spülwasser vom Kumpe wegzubringen. Unter dem Mühlenkampe den Eichenbestand verkauft und die Grundstücke zu Gärten verpachtet.

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1889

Holzablösung mit dem Herrn von Haxthausen für 6000 Mark. Durch die Separation in Bredenborn veranlaßt wird die neue Chaussee von Vörden nach Abbenburg beschlossen.

1890

Die Pohlstraße durch eine Steindecke erneuert. Der Weg von Vörden nach Altenberg von der Altenbergener Grenze bis an die erste Kurbel gebaut und mit einer Packlage und Steindecke in Sand gesetzt. Eine neue Kochmaschine für den Lehrer nebst aufstellen von Schlosser Weber 35 Mark und eine neuen Einmauertopf für den Lehrer an Schlosser Weber 8 Mark Kaplanei ein Füllofen 40 Mark und ein Olsberger Ofen 38 Mark. Schenkung eines Käpitals von 740 Dollars oder 3108 Mark von Joseph Hensing in Amerika zu Gunsten armer alter Leute hieseiger Gemeinde. Für eine Kochmaschine Kaplanei 42 Mark. Weihnachten 1890 die Gemeinde Vörden den Kaplan Thielmann gebürtig aus Paderborn als Kaplan hiesiger Gemeinde.

1891

Neuer Brückenbau am Burgteiche durch Maurermeister Schaefer in Nieheim für 1100 Mark, wovon 817 Mark Herr von Haxthausen und die Gemeinde die Fuhrkosten von 283 Mark zu zahlen hat. Die Kaplanei wird auf das Gesuch des Kaplans durchgebaut siehe Protokollbuch. – Die Molle in der Niedernstraße beim Leinenbrunnen wird zugefahren und statt dessen dort ein Kanal gemacht; kostet an Maurerarbeitslohn 42,50 Mark.


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1892

Veranlegung uknd Pflasterung der Strassenrinne im Osten der Marktstrasse, südliche und nördliche Seite a Quadratmeter 75 Pfennig ohne Erdarbeit an Wilhelm Reifer in Fölsen Kreis Warburg. Pflasterung in der Pohlstraße nördliche Seite a Quadratmeter 80 Pfennig ohne Erdarbeit. Verkauf der dicken Pappeln auf dem alten Kirchhofe bei der Kirche 14 1/ Festmeter a Festmeter 9 Mark = 128 Mk. 25 Pf.

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1892

Am 2. Januar d. Jahres starb unser alter Pfarrer Funke am Herzschlage. Anfang Juni erhielten wir den Herrn Pfarrer Bernhard Tewes aus Coeln (?) als unsern Pfarrer. Im September d. J. wurde unser Kaplan Thielmann von hier versetzt in die Senne als Vicarius in Vesterloh bei Delbrück.

1893

Reparatur der Kirchhofsmauer bei der Kirche in Vörden durch den Maurer Joseph Elsing No. 81 in Vörden nach der Verdingsverhandlung für 1920 Mk. mit 16 Angebot. Die Schlosserarbeit wurde ge macht vom Schlosser Joseph Weber Hno. 106 in Vörden für 212,40 Mark. Neue zwei Straßenlaternen in der Marktstrasse und zwar eine bei der Kirche und eine an Gastwirths Kropps Haus. Diese beiden Laternen kosteten Zusammen 60.62 Mark und sind jetzt fünf Strassenlaternen in unserm Dorfe.

Reparatur der Strasse im Dustern Orte durch ein Steindecke und Pflasterung der Strassenrinne im Dustern Orte a Quadratmeter 90 Pfennige mit Erdarbeit. Der Schutt von der Kirchhofsmauer bei der Kirche wirde auf den Weg am Burgteiche gebracht. so dass dort der Weg über 1 Meter höher kommt. Kanal am Burgteiche quer durch den Weg kostet allein an Maurerlohn 42,17 Mark. Pflasterung beim Mühlenkampe den Weg in der Bache kostet an Arbeitslohn für die Maurer 32,50 Mark. Pflasterung der Strassenrinnen der südlichen Seite in der Pohlstraße a Quadratmeter 90 Pfennige mit Erdarbeit.

1894

Der alte Kirchhof bei der Kirche wird geebnet und die Wege mit Mergel befahren. Am 15. Januar wurde der Ackerwirth Joseph Elsing No. 92 zum Vorsteher hiesiger Gemeinde gewählt, am 5. April vereidigt und trat am 6. April sein Amt als Vorsteher an, nachdem der Ackerwirth Johann Elsing No. 68 sechzehn Jahre Vorsteher hiesiger Gemeinde gewesen war.

Abgeschlossen 5. April 1894 Elsing, Vorsteher


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1894

Am 9ten Juni d.J. starb hier der Lehrer Christian Schlütz, im Alter von bereits 95 Jahren, derselbe verwaltete vom 15. Dezember 1843 bis zum 1. April 1876 die hiesige Lehrerstelle, wurde dann auf seinen Antrag pensioniert und seinem Sohn Hermann Schlütz die hiesige Lehrer und Organistenstelle übertragen.

Am 9ten Oktober d.J. wurde die Lehrerin Frl. Hodes auf ihren Antrag von hier nach Wiedenbrück versetzt und die Lehrerin Fr. Rosenthal von dort nach hier.

In die große Wohnstube in die lehrerin Wohnung wurde ein neuer Füllofen gesetzt, dem SChlosser Josef Weber, hier sind dafür 43 Mk. gezahlt. Ein Teil der Eichenpflanzung am alten Eilverser Communalweg ist gehauen und öffentlich verkauft.

Ende September d.J. wurde die hiesige Wasserleitung bis zum Pfarrhausen und bis an das neue Schulhaus verlängert. Der Schlossermeister Josef Weber von hier übernahm diese Arbeit nach nach dem Kostenanschlag des Bauraths Holzgrewe zu Höxter ad 450 Mark, mit 10% Angebot. Die Hälfte der Kosten hatte Fiscus zu zahlen, nach der Verdingsverhandlung hat Weber fünfjährige Garantie geleistet. Bemerkt wird dass ungefähr 3 Mtr. von der westlichen Seite der Hausbesitzung des A. Multhaups 83 ein abstellrohr liegt. der Punkt ist an der dort angebrachten Deckplatte sichtbar.

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1895

Im Monat Mai d.J. wurde an der südlichen Seite der Niedernstrasse eine Mulde angelegt. Der pflastermeister wilhelm Reifert aus Fölsen bekam für die Ausführung der pflaster Arbeit pro qum. 90 Pfennige. Im Juli wurde um den Wasserbassin im Hogge eine Flügelmauer gezogen. Die ausgabe für Material und Arbeit betrug 350 Mk. im November wurde im Krummensieke unterm Hoffelde, die stärkeren Eichen aufgerodet.

1896

Am 15ten Januar d.J. wurde hier die Filial-Apotheke eröffnet. Die Leitung und der Betrieb ist dem Apotheker Wolter in Nieheim übertragen worden. Im Monat Mai wurden die jüngeren Eichenbestände im Krummesieke und am Sommenbrinke abgetrieben. Das Schwelholz wurde der fm. zu 18 Mk 15 Pf. und das Grubenholz der rm. zu 12 Mk 15 Pf. an den Holzhändler Ripping in Witten verkauft. Die Eichenlohe wurde dem Lohegerber F. Bolte zu Höxter a Ctr. mit 1 Mk 45 Pf. verkauft.


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1897

Mit dem 1. Januar d.Js. wurde der gendarm Röwe von hier nach Minden versetzt und dem Sergeanten Noack aus Weseldie hiesige Stelle übertragen. Im Frühjahr d. Js. wurde die Separation in hiesiger Feldmark zu Ende geführt, und die neuen Pläne überwiesen. Dann wurde der Eichenbestand im Birnbusche abgeforstet die Lohe wurde zu 1 Mk 40 Pf. p. Ctr. an den Lohegerber Bolte in Höxter verkauft. Das Holz wurde a fm zu 19 Mk. 20 Pf. und a zu 12 Mk. 20 Pf.n an den Holzhändler Müller in Bodenfelde verkauft.

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1897 Fortführung

Im Juli wurde zu beiden Seiten der Marktstraße eine gepflasterte Mulde angelegt. Am 8. August d. Js. wurde ein Theil der hiesigen Feldmark (Niederesfeld u. Steinbrink) von einem starken Hagelwetter betroffen. Der Schaden wurde auf a 8000 Mk. geschätzt. Etwa 1/3 der betroffenen Früchte war nur versichert.

1898

Im Mai d. Js. wurden die Eichenbestände am Münchsteiche und der untere Theil der Planzung im Eichhagen abgeforstet. Die Lohe ist dem Lohgerber Bolte in Höxter verkauft und das Eichenholz dem Holzhändler Schnepper u. Ispheerging in Hamm. Im Mai d. Js. wurde das Agatha Kapellechen am Kreuzungspunkte der Wege 21, 23,und 27 neu errichtet. Im Herbste dieses Jahres wurde die Allee zu Hungerberge bestehend aus Linden und Bergahorn Bäumen neu angepflanzt. Die Bäume sind von Gebrüder Hanses aus Kirchhunden bezogen und kostet jeder Ahornstamm 70 Pf. und jeder Lindenstamm 1 Mk. 25 Pf. ohne Fracht. Die diesjährige Ernte war eine sehr gute und lies auch das Erntewetter nichts zu wünsch übrig.

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1899

Im Monate Mai d.Js. wurde die hiesige alte Pfarrkirche abgebrochen und mit dem Erweiterungs- bezw-. Neubau begonnen. Zur Abhaltung der Gottesdienste wurde auf der Südseite des Kirchplatzes auf Kosten der Gemeinde ein Notkirche aus Bretterverschlag errichtet, deren Kosten sich auf 1000 Mk. belaufen.


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Am 1. Juli wurde, daß vom Rate Vörden neuerbaute Amtsgebäude, vom Amtmann Schröder bezogen. Im Oktober d. Js. wurden an verschiedenen Separationswegen Obstbäume angepflanzt, die Kosten zum Ankaufe von 165 Stück Apfelbäumen wurde zu 5/6 aus der Staatskasse bezahlt.

1900

Der neue Kreisweg von hier nach Grossenbreden ist fertig und dem Verikehre übergeben. Von der früheren Gemd. Weide im Eichhagen wurden 25 Morgen mittels Dampflug umgebrochen und in kl. Parzellen verpachtet. Die diesjährigen Ernte war eine mittelmäßige.

1901

Am 12. Mai starb der hier so sher beliebte Pfarrer und Definitor Bernhard Tewes im Alter von 61 Jahren. Zum Pfarrverweser wurde der hiesige Kaplan Hrch. Hönniger ernannt. Am 12. October wurde die neue Pfarrkirche durch den Dechant Goebel aus Steinheim eingeweiht.

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Wegen der anhaltenden Dürre im Frühjahr und Sommer, war die Ernte sehr gering, jedoch lieferten Kartoffeln ausnahmsweise sehr hohe Erträge. Am 1. März wurde die gegründete Genossenschafts in Betrieb gesetzt.

1902

Am 29. Januar übernahm der Hochw. Pfarrer Aug. Schulte aus Badersleben die hiesige Pfarrstelle. Im Laufe des Sommers wurde die neue Kreisstraße von Vörden nach Hohehaus gebat. Die Ernte war eine mittelmäßige. Kartoffeln lieferten sehr geringe Erträge und waren zur Hälfte krank.

1903

Vom Wasserbassin (sog. Kump) ab bis zur Kreiloschen Hausbesitzung wurde ein Abflußkanal vom Cementrohren in 50 ctm. Weite angelegt. Am 9. November zog der hiesige Arzt Budde von hier nach Delbrück. Die Ernte war eine mittelmäßige.

1904

Mit dem 1. Oktober d. Js. trat det hiesige Lehrer Hermann Schlütz in den Ruhestand nach dem er bereits 40 Jahre die Lehrstelle hier innegehabt hatte. Zum Nachfolger desselben wurde der Lehrer Konrad Bieling ans Engar Kreis Warburg ernannt. Die Ernte war wegen der anhaltenden Dürre im Sommer keine gute und bereits schon Anfang August beendet. Kartoffeln lieferten hohe Erträge.


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1905

Die hiesige Lehrerwohnung wurde neu resthauriert und zwar mit einem Kostenaufwande von 1200 Mk. Der Anstrich an den Fenstern der Kaplaneiwohnung ist auf bestellung des Pf. Schulte ausgeführt und von Ihm Bezahlt worden. Einmaliger Überstrich der Fenster. Die ernte war eine mittelmäßige und ist die Sommerfrucht, bei dem anhaltenden Regenwetter im September und October vielfach verdorben. Die Kartoffeln waren folgedessen zum grössten Teil krank.

1906

Am 7. März entstand in dem Gemeindewalde am Hungerberge (sog. Storkskamp) in der 10-jährigen Fichtenschonung ein Waldbrand, der sich bei starken Südwesteseite schnell verbreitete und in den dftr.(?) 4 überging. Nach der Schätzung des Gemeinde Oberförsters Flamm zu Höxter beträgt der Schaden 500 Mk.; den Thäter oder Urheber des feuers hat man nicht ermitteln können.

1907

Der kl. Eichenbestand im Eichhagen im Plane 202 wurde abgetrieben und das Holz an den Bauunternehmer f. Didden in Brakel zum Preise von 10 Mk. per fstm. verkauft. Die Abtriebsfläche wurde in kl. Parzellen verpachtet und ein Pachtzins von durchschnittlich 24 Mk. pro Morgen dafür gezahlt.

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1908

Ende September d. Jahres wurde der Rest von derm Gemeindeplan 202 und die gemeinschaftliche Tränke Plan 201 in kl. Parzellen verpachtet; der diesjährige Pachtzins war durchschnittlich 17 Mk. p. Morgen. Am 1 Oktober wurde der Gendarm Beindorf von hier nach Steinheim versetzt. Die hiesige Stelle wurde bis zur Neubestzung den reitenden Wachmeister Take aus Höxter übertragen. Die Obsternte war in diesem Jahre sehr gut. Von den Bäumen an den Kreisstrassen hatte die Gemeinde eine Einnahme von 669 Mk.

1909

Am 1. Januar wurde der Gendarm Fausti aus dem Kreise Lübecke nach hier versetzt, am 27. August starb der seitherige Vorsteher Elsing 92 un im October wurde der Landwirth Aug. Potthast zum Vorsteher der hiesigen Gemeinde gewählt.

1910

Am 1. Januar wurde der Haubist Zallmannzig vom Kürassier-Regiment in Münster nach hier als Gendarm verstetzt. Auch wurden die Brücken im Krummsieke bei Gastwirt Koch bei dem Mühlenkampe und der Mersch von dem Maurer Herrn Joseph Hartmann No. 7


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für die hiesige Gemeinde … Separation gebaut worden.

1911

Im sommer war ein große Dürrre, so daß das Sommergetreide sowie Klee schlecht gerathen ist.

Am 5. Oktober 1919 wurde der Tischlermeister Johann Ohagen No.15 zum Gemeindevorsther gewählt, derselbe übernahm das Amt als Gemeindevorsther zum 1. Dovember 1919. Da. die Chronik in den letzten Jahren nicht weiter geführt war, so sei kurz darüber berichtet. Am 2. Ostertage (27. april) 1911 fand in der hiesigen Kirche die Feier der ersten hl. Messe des Neupriesters Joseph Schröder statt.
Am 28. Juli ds. Jahres wurde in Marienmünster die hl. Firmung von dem hochwürdigen Herrn Bischof Dr. Karl Schulte gespendet, aus Vörden waren 80 Firmlinge anwesent.
Im Jahre 1912 am 7. Juni abends 7 Uhr schlug der Blitz in das Haus Bobbert ,No. 66 glücklicherweise wurde kein größerer Schaden angerichtet, da. der Blitz nicht zündeten (kalter Schlag). Am 30. Juni schlut der Blitz in eine Eiche und Tanne im Schloßga’ten.

Im Jahre 1913

am 14. Marz war die Priesterweihe des aus Vörden gebürtigen Neupriesters Heinrich Kreilos

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im Dom zu Paderborn. Die Feier der ersten hl. Messe fand in Paderborn statt. Am 21/22 April starb in Folge einer Lungenentzündung unser Herr Amtmann Albert Schroder in rüstigen Mannesalter. In diesem Jahre wurde die seit Jahren schon besprochene und behandelte Wasserleitung mit Hausanschlüssen gebaut. Es erfüllte sich nun ein lang gehegter Wunsch aller Einwohner. Zu-nächst wurde der Graben an der östlichen Seite der Wiese des Ackerwirths Phillipp Kreilos gen. Stork aufgenommen und die darin auslaufenden Quellen aufgefangen und in einen Sammelbehälter geleitet. Von hieraus wird das Wasser in den Im Hogge erbauten Hochbehälter in folge natürlichen Gefälles geleitet. Der Hochbehälter in folge natürlichen Gefälles geleitet. Der Hochbehälter ist aus Eisenbeton bergestellt unddurch eine Scheidewand in 2 Hammern getheilt. Aus diesen wird das Wasser mittels Röhren in das hierzu neugebaute Röhrennetz der Wasserleitung mit Haus-anschlüssen ‚geleitet. Es herrschte allgemeine Freude in der ganzen Gemeinde als das Wasserwerk fertig gestellt war und die bequeme Wasserversorgung wurde als eine besondere Wohltat empfunden. Die Gesamtkosten der Wasserleitung waren mit 32000 Mark veranschlagt.


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Die Gemeinde hat nun zur Bestreitung der Baukosten für die Wasserleitung bei der Kreiskasse zu Brakel eine Anleihe von 25000 Kark aufgenommen. Diese sollte ausser Zinsen mit 14 1 1/4 jährlich getilgt. werden.

Die alljährlich für Verzinsung und Tilgung zu zahlenden Summe nebst den Unterhaltungskosten der Wasserleitung wird durch Erhebung einer Wasserzinsabgabe aufgebracht.

Als Nachfolger des verstorbenen Herrn Amtmanns Schröder wurde Herr Freiherr Guido von Haxthauser als Ehreramtmann ernannt.

Das Jahr 1914

An der Kreisstraße Vörden Bredenborn unterhalb des Hauses Heinrich Lüke No. 77 ist dem Kreiselektrizitätswerk zum Bau eines Transformatoren gebäudes eine Gemeindefläche unentgeldlich überlassen worden. Die Installationsarbeiten in den Häusern für Elektritzitäts-Licht und Kraftanlagen wurden in Angriff genommen.

Am 2. August begann der fürchterliche Weltkrieg. Die gesammte Wehrmacht wurde zur Fahne gerufen. Die Einberufung der Reserwisten, Ersatz-Reserwisten, Landwehrleute u.s.w. ging täglich weiter. Am 23. August wurde auch Herr Lehrer Bieling einberufen. Die Vertretung hatte Herr Hilgenkamp – Altenbergen.

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Vom 12. Oktober ab Herr Lehrer Tekotte aus Borken.
Nachdem die Kaplaneiwohnung von der politischen Gemeinde instand gesetzt war, traf am 19. September der neuernannten Hochwürdige Herr Kaplan Christoph Völker aus Faulungen im Eichsfelde hier ein. Am 23. August fiel der Reserwist Joseph Hartmann bei Gozee in Flandern. Am 27. September starb d er Musketier Johann Lüke in einem Lazarett in Dortmund an Wurdstarkrampf, verwundet war er vor Reimes am 18. September, hier beerdigt am 2. Oktober. Am 9. December fiel in Galizien der Postbote Wilhelm Hesse von hier.

Das Jahr 1915

Am 1. März starb in Feldlaz. zu Bennez in Frankreich an Kopfschuß Otto Offergeld, akt. Soldat. Am 11. März hier auf dem Friedhof beerdigt der Landsturmmann Heinrich Potthast, gestorben 6. März in Münster während der Ausbildungszeit.
27. März fiel der Franz Hillebrand bei Combres in Frankreich. Am 11. Mai wurde der Lehrer Fekotte eingezogen. Die Vertretung übernahm Lehrer Hilgenkamp und Capl. Völker. Am 28. August wurde auch Lehrer Hilgenkamp eingezogen.


 

Fortsetzung folgt…

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